Meningeome

Als Meningeome werden Tumore bezeichnet, die von den Hirnhäuten ausgehen. In 92 Prozent handelt es sich dabei um gutartige und langsam wachsende Tumore (WHO Grad I, siehe oben). In 6,3 Prozent liegt ein atypisches Meningeom (WHO Grad II) und in 1,7 Prozent ein schnell wachsendes anaplastisches Menigeom (WHO Grad III) vor. Die meisten Patienten erkranken zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Frauen erkranken etwa doppelt so häufig wie Männer. In der Regel sind Meningeome sehr gut vom angrenzenden Hirngewebe abzusetzen, können jedoch vor allem im Bereich der Schädelbasis in die benachbarten Knochenstrukturen einwachsen.

Auf Grund des langsamen und verdrängenden Wachstums können Meningeome eine beträchtliche Größe erreichen, bevor sie klinisch in Erscheinung treten. Je nach Lokalisation und Wachstumsgeschwindigkeit fällt die Erkrankung mit Kopfschmerzen, Wesensänderung, epileptischen Anfällen oder neurologischen Defiziten wie Lähmungen, Sprachstörungen oder Hirnnervenausfällen auf.

Die europäische Leitlinie zur Behandlung dieser Tumore wurde unter Federführung unserer Klinik entwickelt (Goldbrunner et al., Lancet Oncology, 2016). Die Therapie der Wahl in der bei weitem größten Anzahl der Fälle ist die operative Entfernung dieser Tumoren, was in der Regel auch eine vollständige Heilung verspricht. In komplexen Fällen kommen aber auch andere Therapiekonzepte zur Anwendung, welche mit der Operation kombiniert werden können:

  • Stereotaktische Einzeitbestrahlung, z.B. mit dem Cyberknife
  • Mehrzeitige Bestrahlung

Eine besondere chirurgische Herausforderung stellen Meningeome der Schädelbasis dar, da in diesem Bereich diese Tumore häufig wichtige Nerven und Gefäße umwachsen. Die am Klinikum vorhandene Verfügbarkeit modernster Geräte (präoperative Diagnostik mittels CT, MRT und Angiographie, intraoperative Neuronavigation und intraoperatives elektrophysiologisches Monitoring) sowie die enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen (Neurochirurgie, Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Augenheilkunde, Radiologie, Strahlentherapie und Onkologie) schaffen die Voraussetzungen, Patienten mit diesen komplexen Tumorerkrankungen nach den neuesten Erkenntnissen optimal zu versorgen. Auch hier spielt das CyberKnife mittlerweile eine große Rolle.

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