AG Vaskuläre Neurochirurgie und SHT

Unsere Arbeitsgruppe befasst sich im Rahmen klinischer Studien und Analysen mit Erkrankungen und Mißbildungen der Gefäße des Gehirns. Ein Schwerpunkt ist die Erforschung der gestörten Durchblutungssituation des Gehirns nach Subarachnoidalblutung, intracerebraler Blutung oder Schädel-Hirn-Trauma.

Auf der Intensivstation erfolgt ein multimodales Monitoring sowohl durch nicht-invasive Verfahren sowie über intrakranielle Sonden, welche den Hirndruck, den cerebralen Sauerstoffpartialdruck und die elektrische Hirnaktivität direkt von der Hirnoberfläche ableiten. Ziel ist es, die Pathophysiologie der veränderten Durchblutungssituation mit der möglichen Folge von sekundären Ischämien zu erforschen. Die Untersuchungsergebnisse werden unter anderem im Rahmen von internationalen Multicenterstudien ausgewertet.

Unsere Arbeitsgruppe kooperiert eng mit der Abteilung für Neuroradiologie, dem Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung und der Klinik für Neurologie.

In der wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Konferenz „Neurovaskuläres Board“ werden komplexe neurovaskuläre Erkrankungsfälle analysiert und gemeinsame Behandlungskonzepte erarbeitet.

Gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung und der Klinik für Neurologie sind wir Teilnehmer der multizentrischen COSBID-Studie (CoOperative Study on Brain Injury Depolarisations) und nehmen an den folgenden Unterprojekten teil.

DISCHARGE-1 (Depolarisations in ISChaemia after subarachnoid HAemoRrhaGE-1)

Einschluss von Patienten mit einer aneurysmalen Subarachnoidalblutung und operativem Verschluss mittels Clip. Postoperativ erfolgt ein mulitmodales Monitoring mit Erhebung des PtiO2, des ICP, des MAD, des CPP und einer ECoG-Ableitung zur Erforschung von kortikalen Depolarisationswellen (CSD) und ihrem Einfluss auf die Ausbildung von DIND (Delayed ischaemic neurological deficit) und die Störung der cerebralen Autoregulation.

MHS (Malignant Hemispheric Stroke)

In dieser klinischen Studie erfolgt der Einschluss von Patienten mit einem malignen Mediainfarkt und Hemikraniektomie zur Erforschung des Einflusses von CSD auf die sekundäre Infarktausdehnung und den lokalen Metabolismus (Mikrodialyse) des Hirngewebes.

Newton 2-Studie

Ein großes Problem der intensivmedizinischen Behandlung von Patienten mit Subarachnoidalblutung stellt die Therapie und Prophylaxe von verzögert auftretenden zerebralen Ischämien dar. Im Rahmen der Newton 2-Studie soll die einmalige intrathekale Gabe von nimodipinhaltigen Mikropartikeln (EG-1962, Firma EDGE) mit der Standardtherapie der oralen Nimodipingabe verglichen werden. Dies erfolgt nach ausdrücklicher Einwilligung der den Patienten betreuenden Person im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase 3-Studie, soweit die Einschlusskriterien erfüllt werden. Die Studie wird unter dem Kennzeichen NCT02790632 durchgeführt.

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