Operationssäle

In drei hochmodern ausgestatteten und multimedial vernetzten Operationssälen werden aktuell ca. 2600 Operationen im Jahr durchgeführt. Die neurochirurgischen Operationsteams arbeiten mit speziell ausgebildeten Neuroanästhesisten der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin (Direktor: Prof. B. W. Böttiger) zusammen.

Das Herzstück jedes einzelnen neurochirurgischen Operationsraumes ist das Operationsmikroskop. Es werden die derzeit weltweit modernsten OP-Mikroskope der Firma Zeiss zum Einsatz gebracht. So ermöglicht die Einführung der fluoreszenzgestützten Tumorchirurgie eine genaue Abgrenzung von krankhaften Tumorzellen zu gesundem Gehirngewebe. Die vollständige Entfernung der soliden Anteile von Hirntumoren mit diesem Verfahren reduziert das Wiederauftreten (Rezidiv) der Erkrankung im weiteren Verlauf. Die Anwendung der intraoperativen, ebenfalls fluoreszenzgestützten Gefäßdarstellung markiert eine wesentliche technische Hilfe bei der operativen Behandlung von Gefäßmissbildungen (AV-Angiome, Aneurysmen) des Gehirns und des Rückenmarks.

Darüber hinaus steht eine Vielzahl von Systemen zur Verfügung, die in Abhängigkeit von der Art des Eingriffes eingesetzt werden:

CUSA (Ultraschall-Skalpell)

Mit dem CUSA kann der Neurochirurg Tumorgewebe mikroskopisch exakt unter Schonung gesunder Gewebe und Blutgefäße entfernen. Der CUSA kommt vorwiegend bei der Operation von Hirntumoren aber auch Tumoren des Rückenmarks und peripherer Nerven zum Einsatz.

Neuronavigation

Hochgenaue computergestützte Navigationssysteme erlauben das zielgenaue Aufsuchen krankhafter Prozesse und dienen der Planung und Durchführung operativer Zugangswege. Ergänzt wird dieses Verfahren durch die intraoperative Sonografie (Ultraschall).
Für Operationen an der Wirbelsäule steht ein hochtechnologisiertes Röntgen-Bildwandlersystem zur Verfügung, das die Untersuchung während des Eingriffes erlaubt und die dreidimensionalen Daten direkt in das Navigationssystem einspielt.

Endoskopie

Verschiedene Endoskopiesysteme ermöglichen die sogenannte Schlüssellochchirurgie, die insbesondere bei Erkrankungen und Tumoren im Bereich der Hirnwasserkammern (Ventrikelsystem), der Hirnanhangdrüse (Hypophysenchirurgie) und bei Wirbelsäulenerkrankungen zum Einsatz kommt. Endoskopische Verfahren lassen sich ebenfalls sehr gut mit der Neuronavigation kombinieren.

Intraoperatives Monitoring

Kontinuierliche, computergestützte elektrophysiologische Ableitungen geben während der gesamten Operationsdauer Informationen über die Funktion von Gehirn, Rückenmark und peripherem Nervensystem. Es werden auch bestimmte Gehirnfunktionen oder Nervenbahnen durch gezielte elektrische Stimulation identifiziert und geortet. So kann das Risiko von neurologischen Ausfallserscheinungen wie Lähmungen oder Gefühlsstörungen nach der Operation vermieden werden.

Navigierte Hirnstimulation

Die genaue Lokalisation wichtiger Hirnfunktionen wie Bewegungen und Sprache ist nicht bei jedem Menschen identisch. In bestimmten Fällen, beispielsweise zur exakten Planung einer möglichst risikoarmen Hirntumoroperation, ist es sinnvoll und für den Operateur hilfreich, die Lage dieser Funktionen im Gehirn des Patienten genau zu kennen.
Dies ist uns durch eine neuere Technologie, die navigierte, transkranielle Magnetstimulation (nTMS) nicht-invasiv bereits im Vorfeld der Operation möglich. Ähnliche Ergebnisse liefert das funktionelle MRT (fMRT), welches wir in speziellen Fällen zusätzlich am Forschungszentrum Jülich durchführen. Während der Operation werden diese wichtigen Funktionen nochmals lokalisiert und überwacht. 

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