Nervenscheidentumore (NST)

Nervenscheidentumore (NST) sind gutartige Tumore, die von der Nervenhüllschicht ausgehen. Feingeweblich werden Schwannome und Neurofibrome unterschieden. Innerhalb des Gehirns sind Schwannome des Nervus vestibularis (alte Bezeichnung: „Akustikusneurinome“) mit Abstand die häufigsten Vertreter der Nervenscheidentumore. Vestibularisschwannome (VS) repräsentieren circa 8 bis 10 Prozent aller intrakraniellen Tumore und treten bevorzugt im mittleren Lebensalter auf. Entsprechend ihrer Gutartigkeit (WHO Grad I) wachsen Vestibularisschwannome verdrängend und mit einer sehr geringen Geschwindigkeit von ca. 0,1 bis 0,2 Zentimeter pro Jahr.

Zu Beginn werden am häufigsten folgende Beschwerden angegeben:

  • einseitige Hörminderung (98 Prozent aller Patienten),
  • meist hochfrequentes, kontinuierliches, einseitiges Ohrgeräusch (70 Prozent )
  • Schwindel, Gleichgewichtsstörungen (50 Prozent)

Grundsätzlich gibt es nach Diagnose des Vestibularisschwannoms drei mögliche Vorgehensweisen:

  • Beobachtung
  • Operation
  • Bestrahlung (Radiochirurgie, Radiotherapie, z.B. mit dem CyberKnife)

Die Parameter, die in die Entscheidung zur Therapie eingehen, sind:

  • Tumorgröße und -ausdehnung
  • Alter/Allgemeinzustand
  • Hörvermögen
  • Sonstiger Neurostatus
  • Sozialer Hintergrund (Beruf) und Wunsch des Patienten

Die definitive Therapieentscheidung wird bei jedem Patienten individuell nach ausführlicher Beratung gestellt. Eine enge Zusammenarbeit unserer Klinik mit den Kliniken für Stereotaxie und funktionelle Neurochirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Strahlentherapie gewährleistet dabei in jedem Fall eine optimale Behandlung von Patienten mit Tumoren des Nervus vestibularis.

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